Editorial

  • Emmerich Boxhofer
  • Martin Kramer

Abstract

Die erste Ausgabe des wissenschaftlichen Journals „Pädagogische Horizonte“ erscheint zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die Etablierung von Forschungs­aktivitäten der Pädagogischen Hochschulen in der wissenschaftlichen Community­ zu festigen beginnt. Lehrende an diesen Institutionen nehmen verstärkt diesen Forschungsauftrag wahr. Als ein Indikator unter vielen ist auch die Beschreibung von forschungsbasierten Aktivitäten in Form von Publikationen als Qualitäts­sicherungsmerkmal anzusehen. Somit reiht sich dieses Journal in eine große Gemeinschaft von wissenschaftlichen Diskursen ein und dient der Dissemination von Bildungsforschung allgemein, aber auch der Darstellung von Ergebnissen der Forschungsschwerpunkte, auf die die Autorinnen und Autoren fokussieren. 

Horizonte implizieren einen weiten Blick – in diesem Fall auf eine pädagogische Landschaft. Das vorliegende Journal lotet dabei Grenzbereiche aus, die ihren Fokus auf Möglichkeitswissen im Gegensatz zu Stabilitätswissen legen (Engeström, 2007). Dieser weite Blick soll auch frei sein: „open access“ ermöglicht einen unmittelbaren Zugang zum Inhalt des Journals. Wir sind der Überzeugung, dass ein freier öffentlicher Zugang zu Forschung einem größeren, globalen Wissensaustausch dient. Dadurch können Beiträge zu einer Koordinierung von Wissen allgemein, aber auch zu einer Kollaboration von Forschungs- bzw. Bildungslandschaften entstehen. Wissen­schaftliche Journale sind somit Netzwerke, die die Zusammenschau und die wechselseitige Nutzung von Informationen und Ressourcen erlauben, wobei die Eigenlogik der Akteure nicht aufgegeben werden muss (Altrichter, 2014, S. 43). 

Wissenschaftliche Beiträge im Kontext von Bildung beinhalten einen Blick auf die Kenntnisse von Voraussetzungen, Bedingungen und Anforderungen für die Lehrer/-innenprofession und unterstützen somit im Zusammenhang von Professionswissen die Antizipationskompetenz im Sinne einer Fähigkeit zur Anbahnung von beruflicher Identität (Lersch, 2006, S. 48). So gesehen ergibt sich für wissenschaftliche Journale das Potential zur Stärkung einer Professionskultur und zur Überwindung tradierter Strukturen in der Ausbildung zum Lehrberuf. Die Vermittlung von Lehre durch wissenschaftlich-berufsfeldbezogene Forschung gehört zu den Aufgaben der Pädagogischen Hochschulen (Jonak & Münster, 2007, S. 46). Journale bieten die Möglichkeit der Manifestation dieser Forschungsaktivitäten. 

Die Beiträge in dieser Ausgabe sind einerseits in einen Bereich wissenschaftlicher Artikel geclustert, in dem durch double-blind Reviews eines externen Begutachtungsbeirats ein hohes Maß an Qualitätssicherung stattfindet, anderseits finden sich auch wissenschaftliche Essays (Kurzbeiträge), die einem internen Begutachtungsverfahren unterzogen wurden, das auf die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens Bedacht nimmt. Eine weitere Differenzierung findet durch die Zuordnung der Beiträge zur Fachwissenschaft und Fachdidaktik bzw. zur Bildungsforschung allgemein statt. Der wissenschaftliche Beirat dieses Journals zeichnet sich durch hohe Expertise, sowohl universitärer als auch hochschulischer Provenienz, als auch internationaler Breite aus.

Die vorliegende Ausgabe ist thematisch nicht eingeschränkt und gibt somit einen Überblick über aktuelle Schwerpunkte der partizipierenden Autorinnen und Autoren. Einerseits fokussieren sich Fragestellungen auf die Themenbereiche Nachhaltigkeit und Kompetenzentwicklung, andererseits finden sich Unterschiede hinsichtlich empirischer und theoretischer Zugänge.

Veröffentlicht
2017-12-02
Rubrik
Editorial