Selbstberichtete AI-Literacy – mehr als nur Nutzung

Technikbereitschaft und emotionale Einstellung als Prädiktoren der selbstberichteten AI-Literacy bei Studierenden sozial- und bildungswissenschaftlicher Studiengänge

Autor/innen

  • Thomas Schöftner Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz image/svg+xml
  • Dimitri Prandner Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz image/svg+xml
  • Andreas Zemsauer Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz image/svg+xml
  • Daniela Wetzelhütter Fachhochschule Oberösterreich image/svg+xml

DOI:

https://doi.org/10.17883/pa-ho-2026-02-11

Schlagwörter:

AI/KI-Literacy, Technikbereitschaft, KI-Nutzung, Bildungswissenschaften, Studierende

Abstract

Die vorliegende Studie untersucht die Selbstwahrnehmung der AI-Literacy sowie deren Zusammenhang mit Technikbereitschaft, emotionaler Einstellung gegenüber KI und Nutzungshäufigkeit von KI-Tools bei Studierenden sozial- und bildungswissenschaftlicher Studiengänge in Oberösterreich. Die Stichprobe umfasst 179 Teilnehmende von drei oberösterreichischen Hochschulen (FH Oberösterreich [FH OÖ], Private Pädagogische der Diözese Linz [PHDL], Johannes Kepler Universität [JKU]), die im Wintersemester 2024/25 online mit dem Meta AI Literacy Scale (MAILS) sowie ergänzenden Skalen zu Technikbereitschaft und KI-Nutzung befragt wurden. Die deskriptiven Ergebnisse zeigen, dass 82.7% (n=156) der Studierenden KI-Tools mindestens mehrmals pro Woche nutzen, was auf eine hohe Verbreitung und Integration von KI-Anwendungen im Studienalltag hinweist. In einer hierarchischen multiplen Regression mit drei Modellen erwiesen sich Technikbereitschaft (β=.32, p<.001) und eine enthusiastische Einstellung gegenüber KI (β=.36, p<.001) im finalen Modell als signifikante positive Prädiktoren der selbstberichteten AI-Literacy. Eine besorgte Einstellung gegenüber KI zeigte einen negativen, jedoch statistisch nicht signifikanten Zusammenhang (β=−.13, p=.07). Die Nutzungshäufigkeit von KI-Tools (β=−.11, p=.85) und das Geschlecht der Studierenden (β=.02, p=.82) waren ebenfalls keine signifikanten Prädiktoren. Das Gesamtmodell, in das zusätzlich Alter als Kontrollvariable aufgenommen wurde, erklärte 38% der Varianz der AI-Literacy (adj. R²=.38, F(6,124)=14.10, p<.001); Alter erwies sich dabei als signifikanter negativer Prädiktor (β=−.20, p=.006), sodass jüngere Studierende tendenziell eine höhere AI-Literacy berichten. Die Studie unterstreicht die Bedeutung der Förderung von Technikoffenheit und eines qualitativ hochwertigen Umgangs mit KI im Studium, um die AI-Literacy zukünftiger Sozial- und Bildungswissenschaftler:innen nachhaltig zu stärken. Abschließend werden Limitationen der Studie sowie Implikationen für die Hochschulpraxis diskutiert.

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Veröffentlicht

2026-10-30

Zitationsvorschlag

Selbstberichtete AI-Literacy – mehr als nur Nutzung: Technikbereitschaft und emotionale Einstellung als Prädiktoren der selbstberichteten AI-Literacy bei Studierenden sozial- und bildungswissenschaftlicher Studiengänge. (2026). Pädagogische Horizonte, 10(2), 175–194. https://doi.org/10.17883/pa-ho-2026-02-11