Zugehörigkeit als Orientierungsproblem in der Adoleszenz

Eine dokumentarische Rekonstruktion zu Jugendlichen der sogenannten dritten Migrationsgeneration

Autor/innen

  • Danièle Hollick Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz image/svg+xml
  • Aleksandra Jaramaz Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz image/svg+xml

DOI:

https://doi.org/10.17883/pa-ho-2026-02-05

Schlagwörter:

Zugehörigkeit, Adoleszenz, Dokumentarische Methode, Orientierungsrahmen, dritte Migrationsgeneration

Abstract

Zugehörigkeit zählt zu den zentralen Orientierungsaufgaben der Adoleszenz und gewinnt unter den Bedingungen der Migrationsgesellschaft besondere Bedeutung. Während bisherige Forschung vor allem Identitätskonstruktionen, Integrationsverläufe und gesellschaftliche Teilhabe untersucht, richtet der vorliegende Beitrag den Blick auf die Frage, wie Jugendliche der sogenannten dritten Migrationsgeneration Zugehörigkeit als Orientierungsproblem bearbeiten. Grundlage der Studie bilden sechs leitfadengestützte Interviews, die mithilfe der Dokumentarischen Methode ausgewertet wurden. Rekonstruiert werden die impliziten Orientierungsrahmen, anhand derer die Jugendlichen familiale Erwartungen, gesellschaftliche Zuschreibungen und eigene Zukunftsentwürfe aufeinander beziehen. Der fallvergleichende Vergleich rekonstruiert drei Handlungslogiken: Zugehörigkeit wird an Selbstbestimmung gebunden, entsteht durch tragfähige Beziehungen und wird über gemeinsam geteilte Erfahrungsräume hergestellt. Fallübergreifend zeigt sich zudem ein gemeinsamer Orientierungsmodus, in dem soziale Erwartungen auf ihre Vereinbarkeit mit dem eigenen Lebensentwurf geprüft werden. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Zugehörigkeit nicht als stabile Eigenschaft oder Identitätskategorie wirksam wird, sondern als sozial hervorgebrachte und praktisch bearbeitete Orientierung. Der Beitrag erweitert die rekonstruktive Migrations- und Jugendforschung, indem er Zugehörigkeit als impliziten Orientierungsrahmen der alltäglichen Praxis rekonstruiert und damit den Fokus von kategorialen Zuschreibungen auf die Rekonstruktion handlungsleitender Orientierungen verschiebt.

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Veröffentlicht

2026-10-30

Zitationsvorschlag

Zugehörigkeit als Orientierungsproblem in der Adoleszenz: Eine dokumentarische Rekonstruktion zu Jugendlichen der sogenannten dritten Migrationsgeneration. (2026). Pädagogische Horizonte, 10(2), 69–86. https://doi.org/10.17883/pa-ho-2026-02-05