Sommerschule zwischen 2. und 3. Schulstufe

Teilnahmeselektion und mathematische Lernzuwächse

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.17883/pa-ho-2026-02-10

Schlagwörter:

Sommerschule, sozioökonomischer Status, Mathematikleistung, Primarstufe

Abstract

Die österreichische Sommerschule wurde als kompensatorische Maßnahme zur Reduktion von Lernrückständen eingeführt. Während erste Studien zur Wirksamkeit der Sommerschule am Übergang von der 1. zur 2. Schulstufe vorliegen, ist bislang wenig darüber bekannt, wie sich Teilnahmeprofile und Effekte in späteren Jahrgangsstufen darstellen. Die vorliegende Studie untersucht daher den Übergang von der 2. zur 3. Schulstufe und analysiert, (a) welche Kinder an der Sommerschule teilnehmen und (b) ob sich differenzielle Lernzuwächse in mathematischen Inhaltsbereichen zeigen. Die Analyse basiert auf einer Stichprobe von n = 319 Volksschulkindern, deren mathematische Leistungen vor und nach den Sommerferien mit dem Eggenberger Rechentest 2+ erfasst wurden. Zusätzlich wurden der sozioökonomische Status (SES) sowie die Erstsprache erhoben. Zur Untersuchung möglicher Effekte der Sommerschule wurden Gruppenvergleiche der Lernzuwächse sowohl ungematcht als auch nach 1:1-Nearest-Neighbor-Matching (Kontrolle von Vorleistung, SES und Erstsprache Deutsch/nicht Deutsch) durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder mit Sommerschulbesuch bereits vor den Sommerferien geringere mathematische Vorleistungen aufweisen, insbesondere im Bereich der Grundfähigkeiten. Für den Übergang von der 2. zur 3. Schulstufe zeigt sich jedoch keine klare soziale oder sprachliche Selektion der Teilnahme, sondern lediglich schwache Trends zugunsten von Kindern mit niedrigerem SES bzw. Erstsprache nicht Deutsch. Sowohl Kinder mit als auch ohne Sommerschulbesuch erzielen Lernzuwächse in allen untersuchten Inhaltsbereichen. Weder im Gesamtscore noch in den einzelnen Kompetenzbereichen lassen sich jedoch signifikante Vorteile der Sommerschule nachweisen, auch nicht nach Kontrolle der Ausgangsbedingungen durch Matching. Die Befunde deuten darauf hin, dass die Sommerschule auch am Übergang zur 3. Schulstufe vorrangig leistungsschwächere Kinder erreicht, kurzfristig jedoch keine nachweisbaren Effekte auf mathematische Lernzuwächse erzielt.

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Veröffentlicht

2026-10-30

Zitationsvorschlag

Sommerschule zwischen 2. und 3. Schulstufe: Teilnahmeselektion und mathematische Lernzuwächse. (2026). Pädagogische Horizonte, 10(2), 159–174. https://doi.org/10.17883/pa-ho-2026-02-10