Der VaKE Ansatz – in den Referenzrahmen des Europarates für Demokratiekompetenzen gestellt

Autor/innen

  • Jean-Luc Patry Universität Salzburg
  • Sieglinde Weyringer

Schlagworte:

Demokratieerziehung; Gesellschaft; Politische Bildung;VaKE; Werterziehung; Wissenserwerb

Abstract

Die Frage nach der Form der Politischen Bildung im Rahmen von Schulunterricht hat in Österreich sehr lange Tradition und steht immer wieder zur Debatte – etwa ob sie ein Schulfach oder ein Unterrichtsprinzip sein soll. Unabhängig von einer entsprechenden Festlegung aber sind die Fragen nach den Methoden der Gestaltung eines entsprechenden Prozesses und nach dem Ergebnis des Lernprozesses (kognitive und soziale Kompetenzen) aufrecht geblieben.

Der Referenzrahmen des Europarates für Demokratiekompetenzen (Council of Europe, 2018) enthält das Modell „Competences for Democratic Culture (DCD)“ als Leitfaden für zeitgemäße Reformen und Entwicklungen von Lehrplänen: Werte und deren kritisches Verständnis, Einstellungen, Fertigkeiten und Wissen werden als miteinander verbunden angesehen. Der Lernprozess richtet sich auf die Erweiterung bzw. Verbesserung von Handlungsmöglichkeiten der Lernenden („can do“, S. 14), nicht allein auf Kenntnisse und Verhaltensweisen. Als Methode wird die „exemplarische Annäherung an Problemfälle des Politischen unter Berücksichtigung der Lebens- und Erfahrungswelt der Lernenden“ empfohlen (BMBWF, 2020).

Der VaKE-Ansatz (Values and Knowledge Education, z.B. Patry et al., 2013; Weyringer et al., in prep.), ein didaktisches Modell der Kombination von Moral- und Werterziehung auf konstruktivistischer Grundlage, nimmt für sich in Anspruch, den Vorstellungen des DCD-Modells zu entsprechen und dieses sowohl als Unterrichtsprinzip als auch im Rahmen eines Schulfaches umsetzen zu können. Der Beitrag stellt den VaKE-Ansatz vor und analysiert unter Einbeziehung von Studienergebnissen und praktischen Erfahrungen, inwieweit dieser Anspruch gerechtfertigt ist.

Veröffentlicht

2021-07-07