Das Kind ist, was es isst
Ernährungsgewohnheiten und Ernährungsqualität von Volksschulkindern in Oberösterreich. Eine quantitative Studie zu Einflussfaktoren, Optimierungsmöglichkeiten sowie evidenzbasierten Implikationen für die Schulpraxis
Schlagwörter:
Ernährungsverhalten, Gesundheitsförderung, VolksschulkinderAbstract
Eine bedarfsgerechte Ernährung ist von zentraler Bedeutung für die Gesundheit und altersgemäße Entwicklung von Kindern (Koletzko, 2022, S. 17; WHO Europe, 2022, S. 1 f.). Internationale Studien zeigen jedoch bereits im Volksschulalter ungünstige Ernährungsgewohnheiten, die in wesentlichen Bereichen von bestehenden Ernährungsempfehlungen abweichen (Burgard et al., 2023, S. 9; Mensink et al., 2021, S. 103). Für Österreich liegen bislang nur begrenzt aktuelle empirische Erkenntnisse zur Ernährungssituation dieser Altersgruppe vor. Vor diesem Hintergrund verfolgt die vorliegende Studie das Ziel, auf der Grundlage einer raumspezifischen Untersuchung in Oberösterreich erste empirisch fundierte Einblicke in das Ernährungsverhalten der in der Studie einbezogenen Volksschulkinder (N=673) zu gewinnen. Die Datenerhebung erfolgte mittels eines standardisierten Elternfragebogens, der sich an aktuellen Ernährungsempfehlungen orientierte. Die Ergebnisse weisen auf einen unzureichenden Verzehr von Obst und Gemüse sowie einen vergleichsweise hohen Konsum von Süßigkeiten hin. Darüber hinaus zeigen sich ein geringer Verzehr von Vollkornprodukten und pflanzlichen Lebensmitteln sowie Unregelmäßigkeiten im Frühstücksverhalten. Ferner zeigte sich ein schwacher, jedoch signifikanter Zusammenhang zwischen der Ernährungsqualität und der elterlich eingeschätzten Konzentrationsfähigkeit. Dieser Zusammenhang wurde bislang vor allem in tierexperimentellen und internationalen Studien beschrieben; für Volksschulkinder in Österreich liegen dazu kaum empirische Daten vor. Diese Befunde unterstreichen die Relevanz einer gesundheitsförderlichen Ernährung im Volksschulalter und liefern zugleich erste empirische Erkenntnisse, die weiteren Forschungs- und Präventionsbedarf erkennen lassen.
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ISSN 3061-0931 (Online) | ISSN 3061-0923 (Print)